Wie kann ich Schuhe desinfizieren?

Veröffentlicht in: Schuhe | 0

Schuhe desinfizieren kann nötig sein, wenn sich Bakterien, Pilze oder üble Gerüche im Schuh festgesetzt haben. Mit der richtigen Methode bekommst Du fast jeden Schuh wieder hygienisch sauber, ohne das Material zu ruinieren.

Schuhe desinfizieren wird immer dann zum Thema, wenn Du befürchtest, dass sich Pilze oder Bakterien in den Schuhen abgesetzt haben. Die entstehen in den allermeisten Fällen (und nicht nur in Schuhen) durch Feuchtigkeit. Deshalb vorweg der wichtigste Tipp: Bevor Du Schuhe desinfizieren musst, kannst Du dem oft schon lange vorher durch gutes Durchlüften und Trocknen Deiner Schuhe vorbeugen. Wenn es aber doch so weit gekommen ist, erfährst Du hier Schritt für Schritt, wie die Desinfektion funktioniert, welche Hausmittel wirklich helfen, welche Spezialprodukte sich lohnen und worauf Du je nach Material achten musst.

Warum Schuhe desinfizieren?

Der Bedarf an einer Schuhdesinfektion entsteht meistens dann, wenn Schuhe übel riechen. Das ist immer ein Indiz dafür, dass in Deinen Schuhen etwas nicht stimmt. Übler Geruch kann von Schweißfüßen herrühren, die wiederum für gesteigerte Feuchtigkeit sorgen. Durch die Feuchtigkeit können sich Bakterien und Pilze im Schuh ansiedeln, gegen die dann nur noch konsequentes Desinfizieren hilft.

Es gibt aber noch weitere gute Gründe, Schuhe zu desinfizieren:

  • Nach einer Fußpilz- oder Nagelpilzinfektion: Pilzsporen überleben wochenlang im Schuh. Wer nur die Füße behandelt, steckt sich über die eigenen Schuhe immer wieder neu an.
  • Bei gebraucht gekauften Schuhen: Secondhand-Schuhe solltest Du vor dem ersten Tragen grundsätzlich desinfizieren, weil Du nie weißt, was der Vorbesitzer mitgebracht hat.
  • Bei geteilten Schuhen: Leihschuhe beim Bowling, Skischuhe oder Arbeitsschuhe, die mehrere Personen tragen, sind ein klassischer Übertragungsweg für Fußpilz.
  • Nach Krankheit oder Parasitenbefall: Auch nach Flöhen, Krätzmilben oder Warzenviren ist eine gründliche Desinfektion sinnvoll.

Schritt für Schritt: So desinfizierst Du Deine Schuhe richtig

Egal ob Hausmittel oder Spray aus der Drogerie: Die Reihenfolge entscheidet darüber, ob die Desinfektion wirkt. So gehst Du vor:

  1. Einlegesohlen und Schnürsenkel entfernen. Beides behandelst Du separat, denn gerade unter der Einlegesohle sammeln sich Feuchtigkeit und Keime.
  2. Groben Schmutz beseitigen. Wische den Innenschuh mit einem leicht feuchten Tuch aus und lasse ihn kurz antrocknen. Desinfektionsmittel wirken auf sauberen Flächen deutlich besser.
  3. Desinfektionsmittel auftragen. Sprühe den gesamten Innenraum ein, besonders die Zehenbox, also den vorderen Bereich, in dem sich die meiste Feuchtigkeit staut. Bei Flüssigmitteln hilft ein getränktes Tuch.
  4. Einwirken lassen. Halte Dich an die Einwirkzeit auf der Packung, bei den meisten Sprays sind das mehrere Minuten. Hausmittel wie Essigwasser dürfen ruhig länger einwirken.
  5. Gründlich trocknen lassen. Mindestens 24 Stunden an einem luftigen Ort, idealerweise mit Zeitungspapier oder einem Schuhspanner aus Zedernholz. Restfeuchte macht die ganze Arbeit zunichte.
  6. Wiederholen. Nach einer Pilzinfektion solltest Du die Behandlung über mehrere Wochen regelmäßig wiederholen, weil Sporen sehr widerstandsfähig sind.

Hausmittel oder Spezialprodukt: Womit Schuhe desinfizieren?

Es gibt einfache Hausmittel, mit denen Du praktisch sofort loslegen kannst, etwa Alkohol oder Essig. Bei falscher Anwendung besteht allerdings die Gefahr, dass die Schuhe hinterher noch schlimmer riechen als vorher oder das Material leidet. Professionelle Desinfektionsmittel aus Drogerie oder Apotheke berücksichtigen diesen Aspekt, riechen neutraler und lassen sich besser dosieren.

Bewährte Hausmittel

  • Isopropanol oder hochprozentiger Alkohol (mindestens 70 Prozent): Wirkt zuverlässig gegen Bakterien und viele Pilze. Auf ein Tuch geben und den Innenschuh auswischen. Vorsicht bei gefärbtem Leder, erst an unauffälliger Stelle testen.
  • Essigwasser: Essig und Wasser im Verhältnis eins zu zwei mischen, den Innenschuh damit auswischen. Der Essiggeruch verfliegt beim Trocknen. Pur eingesetzte Essigessenz ist zu aggressiv für Kleber und Leder.
  • Teebaumöl: Wirkt leicht antibakteriell und antimykotisch. Einige Tropfen auf die Einlegesohle geben oder mit Wasser verdünnt einsprühen.
  • Natron oder Backpulver: Bindet Gerüche und Feuchtigkeit über Nacht, tötet aber keine Erreger ab. Gut als Ergänzung, nicht als Ersatz für echte Desinfektion.
  • Frost: Schuhe in einem Gefrierbeutel über Nacht ins Gefrierfach legen. Das reduziert geruchsbildende Bakterien, gegen Pilzsporen hilft Kälte allerdings kaum.

Spezialprodukte aus Drogerie und Apotheke

  • Desinfektionssprays für Schuhe: Das gängigste Mittel. Achte auf die Auslobung „bakterizid“ und „fungizid“, sonst bekämpfst Du nur den Geruch, nicht die Ursache.
  • Antimykotische Sprays und Puder aus der Apotheke: Erste Wahl nach einer Fußpilzbehandlung, weil sie gezielt gegen Pilzsporen wirken.
  • UV-C-Schuhtrockner: Kleine Geräte, die über Nacht im Schuh stecken, ihn trocknen und mit UV-Licht Keime reduzieren. Praktisch für Sportler und alle, die täglich dieselben Schuhe tragen.
  • Zedernholzsohlen und Schuhspanner: Keine Desinfektion im engeren Sinn, aber sie entziehen Feuchtigkeit und nehmen Bakterien damit die Lebensgrundlage.
MittelWirkt gegenGeeignet fürHinweis
Isopropanol (70 %)Bakterien, viele PilzeSynthetik, TextilBei Leder erst testen, trocknet Material aus
EssigwasserBakterien, GerücheTextil, SynthetikNie pur als Essenz verwenden
TeebaumölBakterien, leicht gegen PilzeAlle MaterialienVerdünnt anwenden, Eigengeruch
DesinfektionssprayBakterien, PilzeAlle MaterialienAuf „fungizid“ achten
Antimykotisches SprayPilzsporenAlle MaterialienErste Wahl nach Fußpilz
Waschmaschine (60 Grad)Bakterien, PilzeRobuste TextilschuheNur wenn das Etikett es erlaubt

Materialunterschiede: Leder, Stoff und Synthetik

Nicht jedes Mittel verträgt sich mit jedem Schuh. Wer Lederschuhe wie Sneaker aus Mesh behandelt, riskiert Flecken, brüchiges Material oder gelöste Klebenähte.

Lederschuhe

Leder ist empfindlich gegenüber Alkohol und Säure. Beides entzieht dem Material Fett und kann es spröde machen oder Farbveränderungen verursachen. Verwende bei Glattleder ein mildes Desinfektionsspray sparsam nur im Innenraum und teste jedes Mittel vorher an einer unauffälligen Stelle. Nach der Behandlung solltest Du das Leder außen mit Schuhcreme oder Lederpflege wieder rückfetten. Wildleder und Veloursleder sind noch heikler: Hier möglichst nur den textilen Innenschuh und die Einlegesohle behandeln.

Stoff- und Textilschuhe

Sneaker aus Canvas oder Mesh sind am unkompliziertesten. Sie vertragen Essigwasser, Alkohol und die meisten Sprays problemlos. Viele lassen sich zusätzlich in der Waschmaschine waschen, was die gründlichste Variante ist. Wichtig ist nur, dass die Schuhe danach vollständig durchtrocknen, sonst holst Du Dir die Keime im Handumdrehen zurück.

Synthetikschuhe

Kunstleder und andere Synthetikmaterialien sind robust gegenüber den meisten Mitteln, reagieren aber empfindlich auf Hitze. Verzichte deshalb auf den Heizkörper und den Wäschetrockner, sonst verzieht sich das Material oder Klebestellen lösen sich. Sprays, Alkohol und Essigwasser sind hier die sicherste Wahl.

Schuhe desinfizieren durch Waschen

Bei Textilschuhen, die laut Pflegeetikett waschbar sind, kannst Du auch den einfachen Weg gehen und sie in der Waschmaschine desinfizieren. Um Bakterien und Pilzen wirklich den Garaus zu machen, brauchst Du allerdings 60 Grad, und das überstehen bei Weitem nicht alle Schuhe. Viele Sneaker sind nur bis 30 oder 40 Grad freigegeben. In dem Fall hilft ein Hygienespüler im Waschgang, der auch bei niedrigen Temperaturen Keime reduziert. Lege die Schuhe in ein Wäschenetz oder einen Kissenbezug, wasche sie ohne Schleudern oder mit niedriger Drehzahl und lasse sie anschließend an der Luft trocknen, niemals im Trockner.

Häufige Fehler beim Schuhe desinfizieren

  • Nur Deo statt Desinfektion: Ein parfümiertes Schuhdeo überdeckt den Geruch, tötet aber keine Erreger. Nach zwei Tagen riecht der Schuh wieder wie vorher.
  • Feuchte Schuhe behandeln: Wer in einen klammen Schuh sprüht und ihn dann in den Schrank stellt, züchtet Keime, statt sie zu bekämpfen.
  • Einlegesohlen vergessen: Die Sohle ist der feuchteste Teil des Schuhs und muss immer mitbehandelt oder gleich ausgetauscht werden.
  • Zu kurze Behandlung nach Fußpilz: Eine einmalige Desinfektion reicht nicht. Sporen überleben Wochen, also über die gesamte Behandlungsdauer der Füße auch die Schuhe regelmäßig desinfizieren.
  • Aggressive Mittel auf Leder: Pure Essigessenz oder Chlorreiniger ruinieren Leder und Klebenähte. Immer verdünnen und vorher testen.
  • Trocknen auf der Heizung: Hitze verformt Schuhe und macht Leder brüchig. Besser: Zeitungspapier hinein und bei Zimmertemperatur trocknen lassen.

Vorbeugen: Gute Fußpflege und Schuhroutine

Am besten ist es natürlich, wenn Du der Desinfektion Deiner Schuhe von vornherein vorbeugst, indem Du Deine Füße pflegst. Von den Füßen geht nämlich nicht nur die Feuchtigkeit aus, auch die meisten Erreger im Schuh kommen von dort. Diese Routine hat sich bewährt:

  • Füße nach dem Waschen sorgfältig abtrocknen, vor allem die Zehenzwischenräume.
  • Socken aus atmungsaktiven Materialien tragen und bei 60 Grad waschen.
  • Schuhe nie an zwei Tagen hintereinander tragen, sondern mindestens einen Tag auslüften lassen.
  • Im Schwimmbad, in der Sauna und in Gemeinschaftsduschen Badeschuhe tragen.
  • Bei Neigung zu Schweißfüßen atmungsaktive Schuhe wählen und Einlegesohlen mit Aktivkohle oder Zedernholz nutzen.
Tötet Desinfektionsspray auch Fußpilzsporen im Schuh ab?

Nur wenn das Spray ausdrücklich als fungizid gekennzeichnet ist. Normale Hygienesprays wirken vor allem gegen Bakterien. Nach einer Fußpilzinfektion ist ein antimykotisches Spray oder Puder aus der Apotheke die sicherste Wahl, angewendet über mehrere Wochen.

Wie oft sollte ich meine Schuhe desinfizieren?

Als Vorbeugung reicht es, viel getragene Schuhe etwa alle zwei bis vier Wochen zu behandeln und sie zwischen den Tragetagen gut auslüften zu lassen. Nach einer Pilzinfektion solltest Du die Schuhe während der gesamten Behandlungsdauer regelmäßig desinfizieren, am besten mehrmals pro Woche.

Kann ich Lederschuhe mit Essig oder Alkohol desinfizieren?

Nur sehr vorsichtig. Beides entzieht dem Leder Fett und kann Flecken oder Risse verursachen. Teste das Mittel immer erst an einer unauffälligen Stelle, behandle nur den Innenschuh und pflege das Leder danach mit Schuhcreme. Sicherer sind milde Desinfektionssprays, die für Leder freigegeben sind.

Fazit

Schuhe desinfizieren ist keine Raketenwissenschaft, aber eine Frage der richtigen Methode. Bei akutem Geruch reichen oft Hausmittel wie verdünnter Alkohol oder Essigwasser, nach einer Pilzinfektion führt an einem fungiziden Spezialprodukt kein Weg vorbei. Entscheidend sind drei Dinge: das Mittel auf das Material abstimmen, die Einwirkzeit einhalten und die Schuhe danach vollständig trocknen lassen. Wer seine Schuhe zusätzlich regelmäßig auslüftet, sie nicht an zwei Tagen hintereinander trägt und auf gute Fußhygiene achtet, muss nur noch selten zur Desinfektion greifen.